Energie aus Abwasser: Riesiges Potenzial für die Wärmewende

Mit Energie aus Abwasser lassen sich aus dem Stand ca. 5 - 14% des Wärmebedarfs in deutschen Gebäuden decken. Dies entspricht in etwa 100 TWh/a. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der enervis energy advisors GmbH, die im Dezember 2017 veröffentlicht wurde. Damit wurde auf eindrucksvolle Art und Weise eine Studie der Universität Stuttgart aus dem Jahr 2011 bestätigt, die zu ähnlichen Zahlen gekommen war. Die nun vorliegenden Kernaussagen zum Potenzial der Abwasserwärmenutzung lauten:

  • Energie aus Abwasser hat das Potenzial, ca. 5 - 14% des Wärmebedarfs im deutschen Gebäudesektor zu decken.
  • Das Potenzial der Abwasserwärme liegt bei 101,4 TWh/a. Konservativ geschätzt lassen sich bis 2030 etwa 35 TWh dieses Potenzials heben.
  • Gerade in Ballungsgebieten ist das Verhältnis von Angebot und Nachfrage für die Energiegewinnung aus Abwasser besonders günstig.
  • Das Potenzial der Abwasserwärme ließe sich durch die Einbindung industrieller Abwärme in das Kanalsystem um den Faktor 1,79 erhöhen.
  • Das Kühlpotenzial von Energie aus Abwasser liegt bei 14 TWh. Die steigende Kälte-Nachfrage macht Abwasserenergie noch attraktiver.
  • Abwasserwärmenutzung kann einen erheblichen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Bis 2030 können 10,7 Mio. t. CO2 eingespart werden.
  • Energie aus Abwasser reduziert die Importabhängigkeit von Gas und Öl.
  • Abwasserwärmenutzung bietet höchste Akzeptanz. Sie findet unterirdisch statt und verursacht keinen Eingriff ins Landschaftsbild.
  • Energiegewinnung aus Abwasser ist Sektorenkopplung. Aus einer bestehenden Infrastruktur wird zusätzlicher Nutzen gezogen.

Um das Potenzial der Energie aus Abwasser besser heben zu können, braucht es neben der Erhöhung des Bekanntheitsgrades der Energiequelle Abwasser auch veränderte politische Rahmenbedingungen, das heißt eine ambitionierte Energiewende im Wärmemarkt und eine spürbare Entlastung des Strompreises. Mehr dazu und zu unseren politischen Positionen finden Sie hier.