Energie aus Abwasser: Riesiges Potential für die Wärmewende

 

Mit Energie aus Abwasser (EaA) lässt sich aus dem Stand knapp 14% des Wärmebedarfs in deutschen Gebäuden decken. Dies entspricht in etwa 100 TWh/a. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der enervis energy advisors GmbH, die im Dezember 2017 veröffentlicht wurde. Damit wurde auf eindrucksvolle Weise eine Studie der Universität Stuttgart aus dem Jahr 2011 bestätigt, die zu ähnlichen Zahlen gekommen war. Die nun vorliegenden Kernaussagen zum Potential der EaA lauten:

 

  • EaA hat das Potential ca. 14% des Wärmebedarfs im deutschen Gebäudesektor zu decken. Das Potential liegt bei 101,4 TWh/a. Konservativ geschätzt lassen sich bis zum Jahr 2030 in etwa 35 TWh dieses Potentials heben.
  • Gerade in Ballungsgebieten ist das Verhältnis von Angebot und Nachfrage für EaA besonders günstig. Das erschließbare Potential ist dort hoch und volkswirtschaftlich attraktiv. Damit adressiert EaA ein zentrales Problem der Energiewende: die Wärmewende in Städten.
  • Das Potential von EaA ließe sich noch weiter steigern. Wenn industrielle Abwärme in das Abwassersystem eingebunden wird, steigt das Potential zur Wärmebereitstellung um den Faktor 1,79. Dies entspricht ca. 27% des gesamten deutschen Wärmebedarfs in Gebäuden.
  • Mit EaA kann man nicht nur Heizen, sondern im Sommer zusätzlich auch Kühlen. Das Kühlpotential von EaA liegt bei ca. 14 TWh. Die steigende Nachfrage nach Kälte macht EaA wirtschaftlich noch attraktiver. Es braucht kein zusätzliches Kühlsystem.
  • EaA kann einen erheblichen Beitrag zur Dekarbonisierung des Wärmemarktes leisten. Wird das Potential vollständig gehoben, so liegt dieser Beitrag in 2020 und 2030 bei 99 und 107 Mio. t. CO2 - erheblich in Relation zur deutschen Klimaschutzlücke (120 Mio. t in 2020). 
  • EaA trägt zur Erreichung der Klimaziele bei und ist volkswirtschaftlich sinnvoll. Wird das Potential gehoben, so sinken die Systemkosten in 2020 um 13 Mrd. € bzw. 128 €/t CO2.  EaA ist politisch anzustreben, z.B. durch eine Entlastung des Strompreises.
  • Selbst eine konservative Erschließung des Potentials der EaA hätte substantielle positive Effekte. Die Erschließung von 35 TWh bis 2030 würde zur Reduktion der Systemkosten um ca. 14 Mrd. € und der CO2-Emissionen um ca. 39 Mio. t führen.

 

 

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enervis-Studie Energie aus Abwasser Dez. 2017
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