Bei Pilgerschrittverfahren handelt es sich um verschiedene Herstellungsverfahren, bei denen auf eine Vorwärtsbewegung wieder eine rückgerichtete Bewegung folgt. Namensgeber ist der so genannte Pilgerschritt: ein Tanz, dessen Schrittfolge sich ebenfalls aus abwechselnden Vor- und Rückwärtsschritten zusammensetzt. Angewandt werden Pilgerschrittverfahren bei der Herstellung von Rohren, dem Errichten von Betonwänden und -verschalungen oder beim Bau von Fahrbahnen. Erfahren Sie mehr bei UHRIG.

Wofür werden Pilgerschrittverfahren verwendet?

Das Bauwesen nutzt Pilgerschrittverfahren für verschiedene Aufgaben. Zum Einsatz kommen sie beispielsweise beim Bau von Dichtwänden und Baugrubenverbauen, speziell bei der Errichtung von Schlitzwänden. Hierbei handelt es sich um im Baugrund betonierte, verformungsarme und wasserdichte Wände, welche Strukturen gegen Kräfte aus dem umliegenden Erdreich absichern. Bei der Herstellung im Pilgerschrittverfahren werden zunächst die Primärschlitze erstellt. Die dazwischen liegende Sekundärlamellen werden vorerst ausgelassen und in einem zweiten Arbeitsgang gesetzt. So kann eine schnellere Errichtung der Schlitzwand erfolgen, was den Bauablauf insgesamt verkürzt. Ähnlich wird auch mit anderen Betonwänden verfahren, um dieselben technischen und logistischen Vorteile zu erzielen.

Auch im Straßenbau kommen Pilgerschrittverfahren für das Betonieren der Fahrbahnplatten zur Anwendung – insbesondere beim Bau von Stahlverbundbrücken. Anstatt einer kontinuierlichen Erstellung der Fahrbahn werden zunächst die Platten im Feldbereich gesetzt, im Anschluss folgt die zuvor ausgelassene Fahrbahnplatte im Stützbereich. Auf diese Weise kommt es zu geringeren Zugspannungen, so dass sich eventuelle Beschädigungen und ein nachträgliche Ausbesserungen an den Strukturen vermeiden lassen.

Der Tunnelbau kann ebenfalls Pilgerschrittverfahren zum Betonieren der Decken nutzen. Hierfür sind dann lediglich mehrere Schalwagen (mindestens zwei) vonnöten. Nach Erstellung des Tunnels und dem Betonieren der Außenwände wird schließlich ein erster Schalwagen taktübergreifend eingesetzt und beginnt mit der Verschalung. Ein Nachläufer schließt sich diesem an und betoniert die Lücken, die im ersten Arbeitsgang entstehen. Dies erhöht zwar den Materialverbrauch geringfügig, verkürzt jedoch maßgeblich die Bauzeit.

Nicht zuletzt finden Pilgerschrittverfahren auch bei der Weiterverarbeitung von nahtlosen Rohren Verwendung. Hierbei wird die Rohrluppe – also das Rohmaterial – über einen zylindrischen Dorn geschoben und zwischen zwei Walzen gespannt, welche sich in entgegengesetzte Richtung drehen. Durch den Vorschub und das Drehen von Dorn und Luppe greifen die Walzen im Prozessverlauf und walzen das Material dünner und länger, bis sie es nach dem Abrollen wieder freigeben. Im Anschluss werden Dorn und Luppe wieder vorgeschoben und ein neuer Walzvorgang beginnt. Auf diese Weise lassen sich Querschnitte und Wandstärken reduzieren, was die massenweise und wirtschaftliche Herstellung von leichten Rohren ermöglicht.

 

Die Vorteile des Pilgerschrittverfahrens

Mithilfe des Pilgerschrittverfahrens können Bauabläufe und Herstellungsprozesse optimiert und beschleunigt werden. Gerade die Beschleunigung hilft, Zeitvorgaben einzuhalten und schnell Baufortschritte zu erzielen. Selbstverständlich lassen sich hierdurch auch Kosten einsparen. Zudem ist das Betonieren von Strukturen nach dem Pilgerschrittverfahren auch von Vorteil, um Zugspannungen und damit das Risiko einer Rissbildung im Material zu reduzieren, welche sonst eine Ausbesserung oder Erneuerung der erstellten Elemente und somit weitere Zeitverluste zur Folge hätte.

Bei der Produktion von Rohren kann das  Pilgerschrittverfahren ebenfalls Prozesse beschleunigen und Material einsparen. Außerdem hilft es, das Gewicht der Werkstücke zu reduzieren. Auch die Oberflächenqualität ist deutlich besser als bei anderen Verfahren. Wird statt der klassischen Warmpilgervariante das Kaltpilgern angewandt, entfallen zusätzlich zeit- und kostenintensive Arbeiten wie Glühen, Beizen, Schneiden und Richten. Zudem weisen die so erstellten Rohre eine bessere Rundheit und Homogenität auf.

 

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