Die immer stärker voranschreitende Urbanisierung hat viele Probleme zur Folge. Wohnraum wird knapper und teurer, die Infrastrukturen (Energie, Wasser, Abfallentsorgung, Mobilität) sind für den beständigen Zuzug nicht ausgelegt und werden überlastet. Auch die Umwelt leidet unter übergroßen Metropolen: Flächenversiegelung, Überhitzung und Feinstaubbelastung sind nur einige der problembehafteten Schlagwörter. Das Neudenken eines über ein Jahrhundert alten Konzepts könnte einige dieser Probleme lösen – die Gartenstadt. UHRIG erklärt, was sich hinter dem Begriff verbirgt, welche Potentiale das Gartenstadt-Konzept bietet und welche Herausforderungen es hier zu bewältigen gilt.

Was genau ist eine Gartenstadt?

Heutzutage werden auch stark begrünte Städte (etwa mit vielen Parks, Dach- und Fassadengärten, etc.) umgangssprachlich gerne als Gartenstadt bezeichnet. Mit dem ursprünglichen Konzept, das der Brite Ebenezer Howard 1898 entwarf, hat dies jedoch wenig zu tun. Bei der „fachtechnisch korrekten“ Gartenstadt handelt es sich um eine vorab rigoros durchgeplante Siedlung bzw. ein Netz aus Stadtgebieten, welches eine Balance zwischen Stadt- und Landleben schaffen soll. Die Hoffnung war: Die Gartenstadt vereint die Vorteile des Stadtlebens und des Landlebens, umgeht jedoch geschickt deren Nachteile. Die Idee war damals als Antwort auf die schlechten Wohnverhältnisse, die steigenden Grundstückspreise und die Bildung von Slums in den Großstädten aufgekommen. Gartenbaustädte waren damals fortschrittliche Städte. Viele Ansätze des Konzeptes funktionieren auch heute noch, weswegen Befürworter für eine Renaissance kämpfen – angesichts der im Zuge des Klimawandels wachsenden Bedeutung des Stadtgrünes, von knappem bezahlbaren Wohnraum und der Stadt der kurzen Wege.

 

Was zeichnet eine Gartenstadt aus?

Eine Gartenstadt ist geprägt durch eine besondere, wohldurchdachte Struktur, die aus Siedlungsgebieten mit bestimmten Aufgaben und großen Grün- bzw. Agrarflächen zwischen ihnen besteht. Im Grunde genommen handelt es sich hierbei nicht um eine einzelne Stadt, sondern um einen Zusammenschluss mehrerer mittelgroßer Städte – getrennt durch große Grünanlagen. Die Gartenstadt soll letztlich die strikte Trennung von Stadt und Land aufheben. Wichtigstes Merkmal der Gartenstadt ist hierbei die Nutzungstrennung. Im Zentrum des gedachten Konglomerats sollen öffentliche Gebäude Platz finden, die etwa Verwaltungsaufgaben erfüllen oder der Sicherheit und Ordnung dienen. Um diesen zentralen Platz sind nun alle anderen Bestandteile der Gartenstadt konzentrisch angeordnet. Nach einem ersten großen Parkring folgen schließlich die Wohngebiete. Diese sollen von einer großen Hauptstraße mit Grüngürtel durchzogen werden, in dem Schulen, Kirchen und andere Bildungs-, Kultur- und Freizeiteinrichtungen Platz finden. Hinter dem Wohnring sind schließlich Gewerbe und Industrie angesiedelt. Das Umland bzw. das Land zwischen dieser und der nächsten Gartenstadt ist geprägt von landwirtschaftlich genutzten Flächen, Wäldern und Gewässern zur Trinkwassergewinnung und Ausleitung von geklärten Abwässern. Hier entstehen ebenfalls Erholungsgebiete und die Menschen können gleichzeitig sehen, wo ihre Lebensmittel herkommen.

 

Die Potentiale und Probleme der Gartenstadt

Anfang des 20. Jahrhunderts wurde im westlichen Europa das Konzept der Gartenstadt vielerorts zumindest zum Teil umgesetzt. Diese Siedlungen existieren heute überwiegend als Vororte oder Stadtteile der großen Städte – in Deutschland etwa Berlin Grunewald, Dresden Hellerau, Hamburg Marienthal. Vollständig verwirklicht wurde die Idee bei uns (anders als in England und Frankreich) jedoch nicht, da die nötigen Selbstständigkeitsgrade nie komplett erreicht wurden. Es entstanden lediglich „Gartenvorstädte“. Gerade im letzten Jahrzehnt ist das Konzept der Gartenstadt jedoch wieder vermehrt im Gespräch bei Stadtplanern und Architekten. Der Ruf nach einer Neuauflage mit an die heutige Zeit angepassten Strategien wird lauter und findet bereits ein mediales Echo. Neuzeitliche Gartenstädte könnten einige der derzeit bestehenden Probleme der Verstädterung lösen – bedingen allerdings auch neue Herausforderungen, die es zu meistern gilt.

„Neue“ Gartenstädte könnten vielfältige und vergleichsweise günstige Wohnangebote schaffen, denn aktuell ist Wohnraum in Großstädten oder im Umland der Metropolen knapp bzw. kaum noch bezahlbar. Gartenstädte sollen ferner verschiedene gesellschaftliche Schichten ansprechen. Das sorgt für eine gute Durchmischung der Gesellschaft – Akademiker wohnt neben dem Handwerker, der Arbeiter neben der Seniorenwohngruppe und die Kleinfamilie hat eine gute Anbindung an Schulen, Kitas und Spielplätze. Eine wohldosierte Gentrifizierung verhindert die Entstehung von Problembezirken. Durch die funktionale Durchmischung bestünde weiterhin der einfache Zugang zu beispielsweise Kultureinrichtungen, ohne dass die Bevölkerung lange und komplexe Reisen durch gewaltige „Stadtwüsten“ auf sich nehmen müsste. Die von Grund auf geplante Gartenstadt böte des Weiteren viele Vorteile hinsichtlich der Versorgungs- und Mobilitätsinfrastruktur. So ließe sich durch das kontrollierte Wachstum der Bedarf viel leichter kalkulieren und die Bereitstellung der erforderlichen Siedlungsstrukturen viel einfacher umsetzen. Auch wäre die Einbindung von umweltfreundlichen Technologien wie erneuerbare Energien, Anlagen zur Wärmerückgewinnung in Kraftwerken und Abwasserkanälen oder der Aufbau einer belastbaren Infrastruktur für die Elektromobilität einfacher umsetzbar. Nicht zuletzt lässt sich in einer Gartenstadt ebenfalls eine bessere Barrierefreiheit für ältere Menschen oder Personen mit körperlichen Beeinträchtigungen gewährleisten.

Doch das Konzept der Gartenstadt bietet nicht nur Vorteile. Es stand schon damals und es steht auch heute noch in der Kritik. Einer der Hauptgründe hierfür ist der hohe Platzbedarf, gerade im Vergleich zu Metropolen, die nicht nur immer stärker in Breite, sondern auch in die Höhe wachsen. Die Geschossaufstockung der Gartenstadt gestaltet sich hingegen als schwierig, da Verschattung und Einengung der Grünanlagen und Agrarflächen ein Problem darstellen. Zudem wird das Konzept oftmals als zu starr angesehen und widerspräche so einem „natürlichen“ und dynamischen Wachstum menschlicher Siedlungen. Auch die Standortverschiebung von Industrie und Gewerbe gilt als bedenklich, da viele Betriebe und Konzerne auf bestimmte, gerade verkehrsgünstige Lagen angewiesen sind. Ähnliche Mobilitätsprobleme würden auch bei den Arbeitswegen der Bevölkerung zu ihrem Arbeitsplatz bestehen.

 

Die Diskussion um die Zukunft der Gartenstadt hat gerade erst begonnen

Ob sich Gartenstädte in naher Zukunft ganz oder teilweise wieder durchsetzen werden, bleibt abzuwarten. Modelle einer zumindest etwas grüneren und autarkeren Stadtplanung werden jedoch bereits immer häufiger realisiert, etwa zielgruppenorientierte Wohngruppenprojekte und energieeffiziente Quartierslösungen (sogenannte EEQ).

Steht bei Ihnen in nächster Zeit ein größeres Projekt in der Städtebauentwicklung an und benötigen Sie Unterstützung bei der Planung und Umsetzung, wenden Sie sich an UHRIG. Als Spezialist in Sachen Tiefbau und Kanalbau helfen wir Ihnen gern, nötige Strukturen und Infrastrukturen zu schaffen und punkten dabei durch umfassendes Knowhow und innovative Technologien – etwa bei der Abwasserwärmerückgewinnung. Unser patentierter Therm-Liner lässt sich problemlos auch in bereits bestehende Kanalrohre einbauen und liefert dank des Konzeptes der Abwasserwärmerückgewinnung günstige und klimaschonende Wärme zum Heizen. Durch Umdrehung des Prinzips lassen sich im Sommer jedoch auch Gebäude umweltfreundlich und effizient kühlen. Sie erreichen uns telefonisch, per Mail oder über unsere Webseite.

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