Für die Herstellung nahezu aller Produkte ist eine bestimmte Wassermenge vonnöten. So müssen etwa unsere pflanzliche Nahrung oder die Futterpflanzen unserer Nutztiere bewässert, Textilien gereinigt und gefärbt oder aber Wasser für die Förderung und Bearbeitung von Metallen und anderen Rohstoffen aufgewendet werden. Die Gesamtheit dieses Wasserbedarfs wird virtuelles Wasser genannt. UHRIG stellt Ihnen die Thematik und die Probleme eines hohen Wasserverbrauchs genauer vor.

Was genau ist virtuelles Wasser und welche Arten gibt es?

Trotz des anfangs seltsam erscheinenden Begriffs ist virtuelles Wasser dennoch sehr reales Wasser. Es ist nur nicht mehr in den Produkten vorhanden, die wir letztendlich nutzen. Stattdessen gibt die Menge des virtuellen Wassers darüber Aufschluss, wie viel Wasser für die letztendliche Herstellung von bestimmten Gütern – vom Rohstoff bis zur fertigen Ware – benötigt wird. So sind Pflanzen zu bewässern und Tiere zu tränken, Textilien zu waschen und einzufärben. Schmelz- und Schmiedebetriebe, Raffinerien, Papiermühlen und nahezu alle anderen Fertigungsstätten sonstiger Zwischen- und fertigen Produkte benötigen ebenfalls Wasser für chemische Reaktionen, Aufbereitung, Reinigung, Kühlung von Anlagen und vieles mehr. Zur Herstellung eines Kilogramms Rindfleisch werden rund 16.000 Liter Wasser benötigt. Bei einer Jeans sind es 6.000, bei einem Pkw je nach Größe und Ausstattung 20.000 bis zu 300.000 Litern.

Virtuelles Wasser lässt sich dabei in drei verschiedene Arten unterschieden und jede dieser wirkt sich anders auf die Umwelt aus:

  • Grünes virtuelles Wasser entsteht durch Niederschlag oder ist bereits im Boden gespeichert. Es wird bei der Produktion von pflanzlichen Nahrungsmitteln und Futterpflanzen für Nutztiere von den Pflanzen aufgenommen und beeinflusst die Umwelt somit kaum. Lediglich der Grundwasserspiegel der Anbauregion wird hierdurch verändert.
  • Blaues virtuelles Wasser ist aus Oberflächengewässern oder dem Grundwasser gewonnenes Wasser, das dem Herstellungsprozess von Produkten künstlich zugeführt und im Anschluss nicht wieder ins Grundwasser zurückgespeist wird. Stattdessen wird es von bestimmten Rohstoffen (Pflanzen, Färbemitteln, etc.) aufgenommen oder verdampft vor oder während seiner Nutzung.
  • Graues virtuelles Wasser ist die künstlich zugeführte Wassermenge bei Herstellungsprozessen, die während diesen so stark verschmutzt wird, dass sie nicht mehr oder nur nach Aufbereitung wiederverwertet bzw. in den Wasserkreislauf zurückgeführt werden kann. Die Verunreinigung geschieht etwa durch Düngemittel, Pestizide oder Chemikalien in der Landwirtschaft und Industrie. Ebenfalls zum grauen virtuellen Wasser wird die Wassermenge gerechnet, die zur unbedenklichen Verdünnung von verschmutztem Wasser nötig wäre.

 

Welche Bedeutung hat das Wissen um virtuelles Wasser für uns?

Aus dem Wasserverbrauch zur Herstellung von uns alltäglich und selbstverständlich genutzter Produkte werden mehrere Dinge ersichtlich. Zum einen können auch Verbraucher hierdurch erkennen, wie viel Wasser für ihre Ernährung, Gebrauchsgegenstände und Unterhaltungselektronik aufgewendet werden muss und wie dies die Natur beeinflusst. Diese Form der Ökobilanz kann Anreize dafür bieten, diesen wichtigen Rohstoff auch indirekt bei der Wahl bestimmter Waren oder dem Verzicht auf verschiedene Güter zu sparen. Wenn beispielsweise das vorhandene Smartphone noch tadellos funktioniert und noch recht aktuell ist, ist ein neues Gerät, das in der Herstellung gut 1.200 bis 1.500 Liter Wasser verbraucht, dann wirklich notwendig?

Eine weitere wichtige Bedeutung hat virtuelles Wasser – insbesondere graues virtuelles Wasser – für die Industrie und Abwasserwirtschaft. Durch das Wissen um den Wasserverbrauch sowie die Wasserverschmutzung beim Herstellungsprozess verschiedener Produkte wird deutlich (oder lässt sich zumindest abschätzen), wie viel Schmutzwasser in Landwirtschafts- und Industriebetrieben anfällt. Hieraus lassen sich die Anforderungen an die Ausleitung des Abwassers sowie die erforderliche Reinigung bestimmen. Folglich ist es weitaus einfacher, Kanalisationen und gegebenenfalls temporäre Speicheranlagen korrekt zu dimensionieren und auch die Kläranlagen oder Vorklärungstechnologien genau auf den Bedarf der Herstellungsprozesse und dabei anfallenden Abfallprodukte zuzuschneiden. Hierdurch können Umweltschäden begrenzt sowie Rückstau- oder Überschwemmungsereignisse verhindert werden.

Zudem kann über die anfallende Abwassermenge bei der Güterproduktion auch auf die Wirtschaftlichkeit der Abwasserwärmerückgewinnung geschlossen werden. Hierbei werden Wärmetauscher in der Kanalisation installiert, die dem Abwasser einen Teil seiner sonst ungenutzten thermischen Energie entziehen, aufbereiten und sie im Anschluss wieder für Heizzwecke oder andere Prozesse verfügbar machen. Auf diese Weise kann die erneute Energieerzeugung an anderer Stelle verringert werden, was Ressourcen einspart und Emissionen maßgeblich reduzieren kann.

 

Virtuelles Wasser effizient handhaben und verwerten mit UHRIG

Seit über 55 Jahren ist UHRIG Experte in Kanalbau und moderner Abwassertechnik und unterstützt Sie gern dabei, Kanalsysteme bedarfsgerecht und an den Verbrauch von virtuellem Wasser angepasst zu dimensionieren. So wird die Umweltbelastung durch den Bedarf an Wasser durch Produktionsprozesse reduziert und der Eintrag von Schadstoffen in Grundwasser und Oberflächengewässer vermieden. Ebenso helfen wir Ihnen dabei, Technologie zur optimalen Nutzung von Abwasser zu realisieren: Mit unseren hocheffizienten Therm-Liner-Modulen zur Abwasserwärmerückgewinnung verwerten Sie sonst ungenutzte Energie nachhaltig und umweltfreundlich und können folglich Emissionen sowie Kosten bei der Wärmebereitstellung einsparen. Sind Sie an einer Zusammenarbeit mit uns interessiert, nehmen Sie einfach telefonisch oder per Mail Kontakt zu uns auf.

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