Bei der Ernährung von Menschen und Tieren können nicht alle Bestandteile der Nahrung resorbiert werden. Diese werden zusammen mit Wasser, Darmbakterien, Drüsensekreten und Fäulnisprodukten als Kot ausgeschieden. Sowohl aus hygienischen als auch aus sozialen Gründen werden menschliche Fäkalien dabei in sanitären Einrichtungen „entsorgt“, über die Kanalisation zur Kläranlage transportiert und das Abwasser schließlich behandelt. UHRIG erklärt, wieso genau dies notwendig ist und wie es vonstattengeht.

Wieso müssen unsere Fäkalien entsorgt werden?

Die Entsorgung von Abfall und Abwasser spielte schon zu Beginn der ersten menschlichen Siedlungen eine große Rolle. Unrat und Fäkalien auf den Straßen waren dabei nicht nur unschöne Verschmutzungen, die zudem üble Gerüche mit sich brachten. Durch sie wurden ebenfalls Krankheitskeime und andere Schadstoffe verbreitet, die diverse negative Auswirkungen auf Umwelt und Gesundheit hatten – und selbstverständlich auch heute noch haben. So kam es zum Beispiel im europäischen Mittelalter über Jahrhunderte regelmäßig zu großen Epidemien wie Pest und Cholera, da nach dem Zerfall der antiken Kulturen, etwa dem Römischen Reich, der Abwasserentsorgung und seiner hygienischen Bedeutung kaum noch Aufmerksamkeit zukam.

Auch umwelttechnisch nimmt die sachgemäße Beseitigung von Fäkalien und die anschließende Aufbereitung einen wichtigen Stellenwert ein. Durch sie wird eine zusätzliche Verschmutzung unserer Gewässer verhindert, was für die Erhaltung von Lebensräumen sowie der Trinkwassergewinnung von großer Bedeutung ist. Auch viele Industriezweige wie etwa die Land- und Forstwirtschaft profitieren davon.

Nicht zuletzt hat sich auch die Gesellschaft stark gewandelt. Neue Vorstellungen von Hygiene und Gesundheitsprophylaxe sowie ein verändertes Schamempfinden machte die Etablierung von modernen Systemen zur Verrichtung der Notdurft mit anschließender Entsorgung ebenfalls notwendig.

 

Wie erfolgt die Entsorgung und Behandlung von Fäkalien

Empfinden wir das Bedürfnis, unser „Geschäft“ zu verrichten, suchen wir die Toilette auf. Im Anschluss betätigen wir die Spülung und unsere Fäkalien werden von der Schüssel in den Abwasseranschluss des Gebäudes geschwemmt. Hier beginnt die Reise durch die Kanalisation. Erst geht es durch kleinere Abwasserkanäle bis die Fäkalien schließlich in großen Sammlern, den sogenannten Sammelkanälen, landen. Sie leiten das Abwasser zum Klärwerk. In einer Mischkanalisation sammeln sich alle Abwässer, auch etwa jenes, das durch Niederschläge auf nicht versickerfähigen Flächen eingebracht wird. Trennkanalisationen, wie sie überwiegend seit den 1970er Jahren errichtet werden, führen Schmutzwasser (also menschengemachtes Abwasser) und Regenwasser gesondert ab zur zielgerichteten Abwasserbehandlung. Der Aufwand zum Reinigen von Regenwasser fällt dabei deutlich geringer aus als das Klären von Schwarzwasser, also mit Fäkalien stark belastetes Abwasser.

Die Behandlung von Schwarzwasser erfolgt dabei in drei verschiedenen Stufen. In der ersten kommen mechanische Verfahren zum Einsatz, die die groben Schwimm- und Schwebstoffe entfernen. Diesen schließen sich biologische Verfahren an: Hier erfolgt ein mikrobiologischer Abbau der Rückstände. Sämtliche Stoffe, die nun noch im Abwasser vorhanden sind und nicht durch biologische Prozesse abbaubar waren, werden im dritten Schritt mit chemischen Reaktionen eliminiert, etwa durch Chlorung oder die Abscheidung von Phosphor, um eine Eutrophierung im Vorfluter zu verhindern. Nach der Reinigung des Abwassers kann dieses schließlich in die Vorfluter und offene Gewässer geleitet und wieder in den natürlichen Wasserkreislauf eingespeist werden.

 

Das Energiepotenzial des Abwassers nutzen

Durch die Abscheidung von Fäkalien und anderen Stoffen aus dem Abwasser entsteht schließlich Klärschlamm, welcher sich nach der Weiterbehandlung auf verschiedene Art und Weise nutzen lässt. So kann er zum Beispiel in so genannten Faultürmen zur Gewinnung von Biogas genutzt werden, welches dann als Kraft- oder Heizstoff zum Einsatz kommt. Nach der Eindickung durch Trübwasserentzug und weiterer Entgiftungsverfahren findet er ebenfalls als organischer Dünger in der Landwirtschaft Verwendung. Sonstiger Klärschlamm wird durch Zentrifugen noch weiter entwässert und findet schließlich in Kraftwerken oder Müllverbrennungsanlagen eine letzte Verwertungsmöglichkeit.

Doch im Abwasserkanal steckt noch ein viel größeres Energiepotenzial, denn Abwasser besitzt ganzjährig eine vergleichsweise hohe Temperatur und eignet sich daher ideal zur Wärmerückgewinnung. Dafür wird ein Wärmetauscher im Kanalrohr installiert. In ihm zirkuliert ein Arbeitsmedium, das sich übers Abwasser erwärmt und zu einer Wärmepumpe geführt wird. Dort wird mit Hilfe eines Verdichters und dem Einsatz von Strom das Energieniveau erhöht. Die so erzeugte Wärme kann nun entweder ein Nahwärmenetz speisen oder direkt zur Heizung eines Gebäudes zum Einsatz kommen. Der komplette Prozess kann vollständig klimaneutrale Heizenergie erzeugen, wenn zum Betreiben der Wärmepumpe ausschließlich Ökostrom (z. B. von einer Photovoltaikanlage) genutzt wird. Die Gestehungskosten durch die Energierückgewinnung sind im Vergleich zu fossilen Energieträgern unschlagbar günstig, sodass die Technologie der Abwasserenergie auch hilft, langfristig Kosten zu senken und Wohnquartiere attraktiver für Mieter zu machen.

Zum Schutz unserer Umwelt und Gesundheit ist es also immens wichtig, dass unsere Systeme zur Abwasserentsorgung reibungslos funktionieren. Zusätzlich können hierdurch auch verschiedene Sektoren profitieren. Stehen bei Ihnen in nächster Zeit Bauprojekte an, die sich mit dem Ausbau oder der Sanierung der Kanalisation befassen, dann hilft Ihnen UHRIG gern weiter. Als kompetentes und international anerkanntes Tiefbau- und Kanalbau-Unternehmen mit 55 Jahren Erfahrung unterstützen wir Sie gern bei all Ihren Bauvorhaben rund um die Abwasserbeseitigung. Nehmen Sie einfach per Mail oder telefonisch Kontakt zu uns auf!

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