Ein Marschland – auch nur Marsch, Mersch oder Schwemmland genannt – ist ein hügelloser Landstrich, der sich überwiegend an Wattenmeeren, jedoch auch an Fluss- und Seeufern aufgrund von Sinkstoffablagerungen, also Sedimentation, bildet. Begriffe wie Feuchtgebiet, Bruch oder Sumpf werden meist synonym verwendet. Im deutschen Sprachgebrauch verweist ein Marsch jedoch auf eine fruchtbare Kulturlandschaft. Marschland erfüllt dabei für Besiedlung und Bewirtschaftung wichtige Funktionen. UHRIG klärt auf.

Wie genau entsteht Marschland?

Marschland bildet sich in einem langen Prozess über die Ablagerung von Sedimenten. Der Ausgangspunkt ist dabei immer eine wasserführende Landschaft – vorrangig Küstenregionen – die ein Watt aufweist. Durch die Bewegung des Wassers (Gezeiten, Flussströmung, etc.) wird dieses überspült, sodass sich pflanzliche Bestandteile und Schwebstoffe im Wasser ablagern können. Dies führt zu einer allmählichen Verlandung der Fläche. Gerade an der Kontaktzone zwischen Trocken- und Feuchtgebiet bildet sich durch die Sedimentation  eine leicht erhöhte Zone aus minerogenen Sedimenten. Dahinter findet dadurch schließlich keine Ablagerung mehr statt und ein flacherer Bereich entsteht, das so genannte Sietland.

Da Marschen auf Höhe das Wasserpegels bzw. Meeresspiegels entstehen, weisen die Landstriche einen hohen Grundwasserspiegel und generell eine hohe Bodenfeuchte auf. Das Sietland kann im Laufe der Zeit auch unter den Meeresspiegel absacken, was das Risiko von Vermoorung oder Überschwemmungen stark erhöht. Aus diesem Grund müssen viele Marschen durch Deiche gesichert und über Siele kontinuierlich entwässert werden, um eine Besiedlung oder anderweitige Nutzung der Gebiete sicherzustellen.

 

Wie wird Marschland bewirtschaftet?

Marschen haben für den Menschen den unterschiedlichsten Nutzen. Zum einen stellt ihre Entstehung eine natürliche Form der Landgewinnung dar, die sich durch technische Eingriffe selbstverständlich auch beschleunigen lässt. Folglich können über Marschen neue Flächen für die Errichtung von Siedlungen und anderen Zwecken geschaffen werden. Neben einer Bebauung eignet sich Marschland vor allem als Acker- oder Weideland, denn gerade Jungmarschen weisen eine hohe Fruchtbarkeit auf. Dies ist auf die überwiegend pflanzlichen Sedimente zurückzuführen, aus denen sie sich letztendlich zusammensetzen. Durch die kontinuierliche Ablagerung wird dabei ein feinkörniger und nährstoffreicher Boden geschaffen, der aufgrund eines hohen Grundwasserspiegel auch eine gute Wasserversorgung aufweist. Hinzu kommt, dass Marschen in Küstennähe generell über ein ausgeglicheneres Klima verfügen, was die Gräben zur Entwässerung noch einmal zusätzlich verbessern. Ein bekanntes Beispiel für solch fruchtbares Marschland ist das sogenannte „Alte Land“ vor den Toren Hamburgs. Das dort vorherrschende Klima begünstigt den Obstanbau aber auch den Anbau von Gemüse.

Neben der baulichen oder landwirtschaftlichen Nutzung können Marschen auch selbst dem Hochwasserschutz dienen. Durch die Sedimentation werden an Küstenregionen oder anderen Ufern „Pufferzonen“ geschaffen, die menschengemachte Strukturen dahinter schützen, indem sie Wasserüberschüsse aufnehmen, temporär speichern und schließlich versickern oder über andere Entwässerungssysteme ausleiten. Dies stellt jedoch häufig nur eine Übergangslösung dar, bis das Marschland für eine vorteilhaftere Nutzung kultiviert ist. Vor schweren Sturmfluten lassen sich die Marschen an der deutschen Nordseeküste wie die Wesermarsch oder die Elbmarsch nur durch gezielte Eindeichung schützen.

 

Wie muss Marschland geschützt werden?

Damit Marschen nicht konstant überflutet sind und sich irgendwann in Moorgebiete verwandeln, ist es daher notwendig, sie stetig zu entwässern und auch anderweitig von Wassereinbrüchen zu schützen. Ersteres geschieht vorrangig über Entwässerungsgräben oder sogenannte Wetterungen, also lange und gerade künstlich angelegte Vorfluter, die Grundwasseranstiege, Niederschläge und andere Wasseraufkommen ausleiten. Ebenso kommen Pumpstationen zur Trockenlegung und Siele zur Abführung der Wässer bei niedrigem Wasserstand der Meere zum Einsatz. Da Marschland durch die konstante Entwässerung unter den Meeresspiegel sinken kann, ist auch die Errichtung von Deichen und Sperrwerken an der Küstenlinie vonnöten, um Überflutungen beim Tidenhub zu verhindern. Wo kein Schutz durch Eindeichung gegeben ist, können bauliche Strukturen mithilfe von Erdarbeiten geschützt werden. Dörfer oder Gehöfte werden dabei auf so genannten „Warften“ im Schwemmland errichtet – hierbei handelt es sich um aufgeschüttete Hügel, die über das überflutungsanfällige Flachland ragen. Auch Lahnungen sorgen dafür, dass sich immer wieder neues Schwemmland ablagert und die Marschen mit dem Anstieg des Meeresspiegels quasi „mitwachsen“ können.

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